Irgendwie ist Wien ein Kaff. Woher diese Erkenntnis? Es gibt nur einen vernünftigen Club in der Stadt. Das Flex. Zu dieser Erkenntnis kam ich heute Nachmittag. Nach dem Termin mit Martin Kallen im Rahmen des Tag des Sports am Wiener Heldenplatz (mehr dazu später) gönnte ich mir neben einigen Sonnenstrahlen eine Melange samt Vöslauer prickelnd im Volksgarten Pavillon, las einige unwichtige Zeitungen. Mein Blick fiel dann auf die Volksgarten Diskothek. Angeblich eine der besten Locations der Stadt. Nicht mein Fall. Einige hundert Meter weiter – die Passage. Na sehr super, da macht mein Radiowecker lauter Musik.
Tags zuvor: ich lese erfreut auf technoboard.at, dass das Renaissance-Label ab Jänner 2008 Station in Wien macht. Und zwar regelmäßig. Residency nennt man das dann im Club-englisch. Als Location dient die Ottakringer Brauerei, in den Sommermonaten wird am so genannten Love Boat gefeiert. Die Brauerei ist natürlich eine lässige Location. Industrie-Feeling und so weiter. So richtig wohl fühlen kann ich mich dort aber nach wie vor nicht.
Herr D., in manchen Kreisen als „der Designer“ bekannt, von mir bezüglich der Renaissance-Residency per E-Mail in Kenntnis gesetzt, antwortet lapidar: „Was wir brauchen, ist ein neuer Club. Mit fettem Sound. Eine Konkurrenz zum Flex.“
Stimmt. Denn das Flex, so lässig es ist, stößt an seine Grenzen. Rückblende ins Frühjahr 2007, einer von vielen Abenden am Donaukanal, das Flex ist bummvoll, gefühlsmäßig fast zu voll. Nachfrage an der Tür: „Wie viel Leute habt Ihr drinnen?“ – „Keine Ahnung.“ Aha. Auch gut. Den Gedanken, was passieren kann, wenn was passiert, verdrängt man und versucht weiter, seinen Spaß zu haben. Aber irgendwie geht´s nicht so recht. Der Fairness halber sei gesagt, dass der Interview-Partner jener Mann mit dem Stempel war. Ich gehe davon aus, dass die Türsteher die Lage unter Kontrolle hatten.
Trotzdem meine Meinung – und ganz exklusiv habe ich die ja nicht: Ein zweites Flex muss her. Damit man am Abend die Qual der Wahl hat und sich auf der Tanzfläche nicht permanent auf die Zehen steigt. Muss doch möglich sein.
Apropos eingangs erwähntes Kaff: Sonntags spielen sie im Chelsea (meistens) großartige Musik. Leider ist man an diesem Abend oft allein in den großzügig angelegten Bögen. Somit verstehe ich auch wieder jeden, der in Wien die Finger vom Party machen/veranstalten lässt. Kann mir irgendjemand helfen?
Nachtrag:
party in schweden, übrigens: http://surfermaus.twoday.net/stories/4306485/
in einem (vermutlich aufgelösten) schlachthaus. und viel red-bull-werbung. hat auch was für sich…
30. September 2007 at 01:09
Ich bin voll und ganz d’accord! Viel zu viele Leute im Flex und die Brauerei ist auch nicht unbedingt das, was man sich unter einer netten Party-Location vorstellt.
Da machens die Leute hier in Schweden schon besser, wie ich finde. Auch wenn der Name „Schlachthaus“ nicht unbedingt der Treffendste ist, merkt man davon drinnen absolut nichts. Kanns doch nicht sein, dass das in Wien mit 2 Millionen Einwohner nicht möglich ist und in Malmö mit gerundeten 300.000 schon…
Zuständige Organisatoren in Wien, ihr müsst euch schleunigst was einfallen lassen!
30. September 2007 at 01:11
das problem ist halt, dass vielen party-veranstaltern das leben sehr schwer gemacht wird. man braucht sich ja nur anschauen, was die frau stenzel in der innenstadt aufführt. ich hab mich nämlich heut auch gefragt, was mit dem ehemaligen sliders club los ist.
30. September 2007 at 01:31
Dabei könnte man sich bezüglich neuer Locations einiges überlegen. Sicherlich beginnen in der Stadt. Denn was sagt man einem Wien-besucher, der das Wiener Nightlife erleben möchte? Der Kindergarten-Schwedenplatz oder die überfüllten Ubahnbögen sind nicht unbedingt Locations, auf die man in Wien besonders stolz sein kann.
Gar nicht zu reden von den Außenbezirken. Über dieses Thema wurden bereits Abende diskutiert und sich darüber beschwert, dass es bei uns draußen (in Hütteldorf) nicht einmal nette Lokale zum gemütlich sitzen und plaudern gibt…
30. September 2007 at 01:38
naja, die bögen sind schon sehr lässig. samstag halt wirklich sehr, sehr voll. gar nicht zu reden vom nightwalk. von dem kannst ja in wahrheit nur abraten. heuer waren da angeblich fast 30.000 leute unterwegs.
natürlich sollte auch in den außenbezirken was getan werden…für die „locals“. aber du brauchst einfach gscheite clubs in der city. die einfach zu erreichen sind.
aber natürlich is es einfacher, zu reden als selbst zu machen…
30. September 2007 at 03:26
„wien ist anders“, bleibt da nur zu sagen. von zeit zu zeit glänzt die „metropole“ mit tollen locations, aber nur dann, wenn die stadtväter auch wollen. meistens einzelveranstaltungen. aber von einer ausgewogenen oder progressiven clublandschaft kann ja wohl keine rede sein. eine zeit lang gab es noch das electric hotel im sechsten. aber auch das ist irgendwie untergegangen. in der stadt der musik gibt es weniger platz für musik, als man meinen möchte. na hauptsache das övp licherterfest findet wieder einmal sta(d)tt. für propaganda gibts immer platz im hübschen wien.
30. September 2007 at 13:24
ach ja, das electric hotel. das hab ich ja schon wieder ganz vergessen. das war nett.
1. Oktober 2007 at 19:55
The Zoo in der Schönbrunner Straße ist auch noch eine Alternative, wenn´s um Drum&Bass geht. Hat aber von der location her etwas wenig Flair.
1. Oktober 2007 at 20:01
stimmt. da war ich auch ein paar mal. hieß das nicht am anfang slopes club?
27. Mai 2008 at 18:55
nicht motzen, sonderns ins einbaumöbel oder venster schauen. besser gehts nicht