Oktober 2007
23. Oktober 2007
19. Oktober 2007
Passt, Hicke!
Posted by Christoph Luke under Sport | Schlagworte: ÖFB, Österreich, Fußball, Josef Hickersberger, Nationalteam, Paul Scharner |1 Comment
Nein, ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger soll England-Legionär Paul Scharner nicht ins Team einberufen. Warum? Der Wigan-Kicker hat sich vor rund einem Jahr deutlich vom Nationalteam distanziert. Sein „Patriotismus wurde getötet“, erklärte der Ex-Austrianer auf sportnet.at. Jetzt ist mittlerweile viel Wasser die Donau runtergeflossen und Scharner ist nicht nur der Überzeugung, er könne der Mannschaft helfen. Nein, er stehe dem Team sogar neutral gegenüber. Das ist ja nett. In der Zwischenzeit hat das ÖFB-Team auch einmal eine ansprechende Leistung gezeigt. Vielleicht geht´s ja auch ohne Engländer.
Hickersberger handelt aus seiner Sicht völlig korrekt. Will Scharner fürs Nationalteam spielen oder nicht? Oder wie genau ist „neutral“ zu verstehen? Vor allem bei einer Mannschaft, für die zu kicken es eine Ehre sein sollte. Auch wenn ich vor ein paar Wochen noch anderer Meinung war – mittlerweile finde ich Hickes konsequente Haltung gut und richtig. Sollen doch alle kritisieren und seine Arbeit nach der Europameisterschaft bewerten. Dann, wenn sich der Teamchef mit dem Wissen, es auf seine Art und Weise probiert zu haben, wieder in die Wüste zurück zieht.
Dem Herrn Scharner weiterhin viel Glück in England:
16. Oktober 2007
Geschreddertes Denken
Posted by Christoph Luke under Medien | Schlagworte: Deutschland, Eva Herman, Johannes B. Kerner, Margarethe Schreinemakers, Mario Barth, Senta Berger |Leave a Comment
Ein kurzer Nachtrag zum Thema Eva Herman, das dieser Tage die deutsche Öffentlichkeit erregt, wie ich während meines Berlin-Aufenthalts feststellen durfte.
Hajo Schumacher schrieb in der Welt am Sonntag:
Eva Hermans geschreddertes Denken
Der Auftritt der ehemaligen Moderatorin bei Johannes B. Kerner zeigt: Im Kampf um Aufmerksamkeit bedienen hektische Öffentlichkeitsarbeiter ein zerstreutes Publikum mit Banalitäten und schaffen so einen Skandal, der eigentlich keiner ist
Eine Studie aus der digitalisierten Arbeitswelt bringt womöglich etwas Licht in die bizarre Mechanik, die den Fall der Medienfrau Eva Herman so brisant und unheimlich macht. Unter Leitung der Computer-Soziologin Gloria Mark untersuchte ein Team der Universität of California in Irvine den Alltag von 24 Angestellten. Die Probanden stammten aus allen Hierarchie-Ebenen eines Technologieunternehmens und wurden den ganzen Tag lang minutiös beobachtet.
Das Ergebnis dürfte jedem digital vernetzten Menschen bekannt vorkommen. Etwa elf Minuten beschäftigten sich die Mitarbeiter mit einer Aufgabe, bevor sie abgelenkt wurden durch eine Mail, einen Anruf, eine Instant Message oder durch einen Kollegen. Erst nach 25 Minuten waren sie zur eigentlichen Aufgabe zurückgekehrt, brauchten aber acht Minuten, um sich wieder hineinzudenken. Folglich kam schon drei Minuten später die nächste Störung. Oft schafften es die Probanden gar nicht zurück zu ihrer Aufgabe. Im Schnitt behandelte jeder zwölf Themen gleichzeitig. Job und Privates gingen durcheinander. Konzentration unmöglich. Alles hüpfte immer schneller.
Die Studie aus dem Jahre 2005 lässt mehrere Schlüsse zu: Erstens ist anzunehmen, dass sich das Tempo seither noch erhöht hat. Zweitens spricht nichts dagegen, die Beobachtungen aus einer US-Firma nicht nur auf das europäische Arbeitsleben, sondern auf alle Bereiche moderner digitaler Kommunikation zu übertragen. Hier hüpft auch alles immer schneller.
Wer abends vor dem Fernseher sitzt, in einer Hand die Fernbedienung, in der anderen den Blackberry, den Computer in Reichweite, für den bedeuten elf Minuten Konzentration eine Ewigkeit. Und am anderen Ende des Kommunikationskanals hüpft es genauso. Überall regieren Schnipsel. Ein Gewirr digitaler Wege und Botschaften fragmentieren unser aller Wahrnehmung. Mehr mediale Optionen führen nicht zwangsläufig zu mehr Durchblick, sondern zu wachsender Ungeduld und härterem Wettbewerb. Im Kampf um Aufmerksamkeit konkurrieren Talkshows wie Kerner mit SMS, Mail, DVD, Skype und dem großen Rest-TV. So treiben sich Öffentlichkeitsanbieter und Kunden gegenseitig zu einem Tremolo gefühlter Höhepunkte. Botschaften müssen schnell und simpel sein, die Rollen der Akteure eindeutig: Nazi oder Entschuldigung. Eine denkbar glatte Oberfläche für vielschichtige Debatten über die deutsche Vergangenheit.
Das Phänomen der fragmentierten Aufmerksamkeit bringt bisweilen fragmentierte Gedanken hervor, so wie jene, die Eva Herman unlängst in Worte kleidete: „Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem, äh, Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, äh, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.“
Wer zügig durch die TV-Kanäle zappt und das dabei flüchtig Gehörte addiert, erhält den gleichen O-Ton – geschreddertes Denken, maximal fragmentiert in Schlagworthülsen. Doch weil Eva Herman dickköpfig ist, hallt es auch aus der Tiefe des Schredders noch: „Muuutter“. Und schmerzfrei schleppt sie sich auch noch zu Kerner.
Dort ist Gipfeltreffen der Fragmentariker, die zwangsläufig Sendungen liefern wie jene am vergangenen Dienstag. „Du musst sie stellen“, so hat man dem Moderator Kerner wohl vor der Sendung eingebläut. Schließlich ging es um die Quote gegen Maischberger. „Du musst für deinen Auftritt beim ,perfekten Promi Dinner’ werben“, lautete der Kampfauftrag für Margarate Schreinemakers, die gern öfter im Fernsehen wäre. Senta Berger dagegen musste nur Reklame machen für einen ZDF-Krimi, bei dem sie mitspielt. Der Komiker Mario Barth schließlich wollte schon mal auf seinen Auftritt im Berliner Olympiastadion am 12. Juni 2008 hinweisen. Er will seine „Primitiv-aber-Glücklich“-Tournee in Hitlers Arena beenden, am liebsten vor 70 000 Zuschauern.
Bei Kerner geht es um viele Kleinigkeiten, aber um eines garantiert nicht: die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Stattdessen nimmt ein absurdes Theater seinen unseligen Lauf. Das verwirrte Opfer und vier Figuren mit Partikularinteressen verhandeln deutsche Geschichte vor Zuschauern, die Gut-Böse-Muster verlangen, aber gern auch was lernen würden, wenn man sie ließe.
Doch leider haben die Ankläger offenkundig keine Ahnung vom Nationalsozialismus, sondern nur dieses beklommene Gefühl, dass die Eva ziemlich komisch sei. Also stellt man sich lieber gegen sie, egal warum. Unter Zeitdruck ist ja auch gar kein Platz für Nachfragen.
Das Ergebnis ist ein unwürdiges Chaos. Da fahnden Komiker und Botox-Block gefangen in ihren Selbstvermarktungslogiken nach Beweis-Partikeln für Braunes. Alles hüpft. Die Panik wächst, denn das Ende der Show naht. Ein Ergebnis muss her: Entweder widerruft Eva Herman bis zum Abspann, oder sie ist als Nazi überführt. Mediokre Doofheit reicht niemals. „Individualismus“ und „gleichgeschaltet“ auch nicht richtig.
Zum Glück sagt sie gegen Ende doch noch „Autobahn“. Das ist das triviale Signal, auf das sie gewartet haben. Zeit der Empörung. Hitler und Autobahn, da war doch was, das wusste die Runde noch. Pisa ist offenbar nicht nur ein Problem der heutigen Schüler. Hier offenbart sich das Tückische an der banalen Nazi-Fahndung in Zeiten des Fragmentarismus. Es werden keine Fragen beantwortet, sondern nur Schnipsel geworfen, die vor allem Lücken dokumentieren. Weswegen wurde Frau Herman des Studios verwiesen? Ist sie rechtsextrem? Waren die Autobahnen Errungenschaft oder Startbahn für den Krieg? Nichts ist klar. Alles hüpft.
Geholfen hat die TV-Nummer nur den Rechten, die wieder den Gestus der Verfolgten pflegen und mit Eva Herman eine neue Ikone präsentieren können. Selten wurden die Opfer des Nationalsozialismus im TV perfider verhöhnt.
Was die Herman-Schlacht über Deutschland sagt, erklärt Alan Posener hier.
15. Oktober 2007
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Posted by Christoph Luke under Alles und nichts | Schlagworte: Deutschland, Berlin, Stadtrundfahrt, Reise, Reisen, Olympiastadion, Brandenburger Tor, Checkpoint Charlie, Berliner Mauer, Bernauer Straße, Tresor |[3] Comments
Aber eigentlich bin ich schon wieder zurück in Wien. Nach knapp einer Woche Berlin bleibt zu sagen: geile Stadt, gerne wieder. Es gibt noch viel zu sehen. Den Gedanken, aus der deutschen Hauptstadt zu bloggen, habe ich recht schnell wieder verworfen. Soll ja nicht jeder wissen, dass meine Wohnung in dieser Zeit leer steht. Näheres zu Berlin gibt´s vielleicht in Kürze, das Erlebte muss sich erst setzen
Hier gibt´s mal Videos. Video 1 zeigt eine Mini-Stadtrundfahrt mit der Linie M41: Hauptbahnhof – Kanzleramt – Schweizerische Botschaft – Bundestag/Reichstag – Brandenburger Tor – Denkmal für die ermordeten Juden Europas (im Dunkeln, Anm.) – Potsdamer Platz.
Video 2 zeigt einen Teil der Gedenkstätte an die Berliner Mauer in der Bernauer Straße.
Video 3 zeigt das Ganze von oben.
Video 4 zeigt die Markierung der Berliner Mauer am Checkpoint Charlie. Diese Markierungen gibt es überall, wo früher die Mauer stand. Man kann so auf bedrückende Art und Wiese erahnen, welche Dimensionen die Teilung der Stadt angenommen hatte.
Video 5 zeigt das Brandenburger Tor mit musikalischer Untermalung.
Video 6 zeigt das Olympiastadion.
Video 7 zeigt James Ruskin im Tresor Berlin.
8. Oktober 2007
Schmidt hört auf
Posted by Christoph Luke under Medien | Schlagworte: Ailton, ARD, Comedian, Harald Schmidt, Kevin Kuranyi, Late-Night, Lukas Podolski, Oliver Pocher |[3] Comments
Schade, wirklich schade, dass Harald Schmidt nun bald endgültig den Hut draufhaut. Der Großmeister will noch „ein, zwei Jahre“ gemeinsame Sache mit Oliver Pocher machen und dann nur mehr dessen Urlaubsvertretung geben. Über den Brachial-Komiker Pocher sagt Schmidt übrigens: „Hochtalentiert und der Einzige, der eine Late-Night-Karriere starten könnte.“
Na dann, mal sehen, was kommt. Hier ist jemand nicht gerade begeistert über Pochers „Leben eines B-Promis“.
8. Oktober 2007
Oldies
Posted by Christoph Luke under Sport | Schlagworte: ÖFB, euro, EURO 2008, Europameisterschaft, Fußball, Ivica Vastic, Josef Hickersberger, Mario Haas, Nationalteam, Rolanz Linz, Sporting Braga |[2] Comments
„Haut die Routiniers raus“ wird in diesem Blog gefordert. Mal was anderes in Zeiten, in denen tagtäglich Kapazunder wie Ivica Vastic und Mario Haas ins ÖFB-Nationalteam reklamiert werden. Und irgendwie auch verständlich. Wenn für Vastic natürlich nicht zuletzt auch seine Performance beim 4:1 gegen Red Bull spricht.
Ebenso geht User udos mit ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger hart ins Gericht. Die Frage, warum Roman Kienast anstelle von Roland Linz einberufen wird, kann ich nicht beantworten. Ebenso vor ein Rätsel stellt mich allerdings die Tatsache, warum Linz im Team nie an seine Leistungen bei Sporting Braga anknüpft. Kann er nicht? Will er nicht? Sind die Spielsysteme so unterschiedlich?
Eine sehr interessante Aufstellungs-Variante habe ich übrigens hier gefunden: Ballverliebte Teamchefs
8. Oktober 2007
Urlaub, Studium, oder so…
Posted by Christoph Luke under Alles und nichts | Schlagworte: Lund, party, Schweden, Studium |[3] Comments
Beim näheren Betrachten dieses liebevoll betreuten Weblogs könnte man ja fast meinen, dass die liebe Alex im schönen Lund alles macht, nur nicht studieren. Das ist aber sicher nur ein böses Gerücht.
8. Oktober 2007
Die schlechte Nachricht
Posted by Christoph Luke under Medien | Schlagworte: Handy, Iphone, Mobilfunk, Opera, sportnet |Leave a Comment
Ich muss schon wieder meinen Mobilfunk-Anbieter wechseln. Das weiß ich, seit ich den Beitrag „iphone für alle“ von Corinna Höll in meinem Lieblings-Blog gelesen habe. Ich bin nämlich ein bisserl spitz auf dieses Wunderding der Technik. Dafür habe ich den weisen Rat befolgt und mir den Opera-Mini-Browser runtergeladen. Funkt einwandfrei, der beste Sport im Web öffnet sich binnen Sekunden. Für den schnellen Überblick optimal.
5. Oktober 2007
Aus und vorbei
Posted by Christoph Luke under Musik | Schlagworte: Closing-Party, club, Ibiza, Music, Musik, Radio Ibiza Sonica, Space |Leave a Comment
Web- und Musiktipp für Sonntag: von 13:30 bis 1:30 Uhr - also zwölf Stunden ohne Unterbrechung - bietet Radio Ibiza Sonica (sehr nette Website übrigens!) einen Livestream von der Closing-Party im Space, dem angeblich besten Club der Welt. Das letzte Festl im Space bedeutet zugleich das Ende der Party-Saison, auch wenn der eine oder andere Club freilich weiterhin geöffnet hat. Viel Vergnügen!
Und so war´s letztes Jahr:
5. Oktober 2007
„Als Mediennutte…
Posted by Christoph Luke under Medien | Schlagworte: Deutschland, Harald Schmidt, Manuel Andrack, Medien, Radio, Radio Tropic, Roger Schawinski, sat1 |1 Comment
…muss ich mich jetzt auf den neuen Chef einstellen.“
Roger Schawinski übernimmt den Zürcher Radiosender Radio Tropic, ist auf etat.at zu lesen. Ein Radio für die 30- bis 60-Jährigen ist geplant.
Zeit, sich eines amüsanten Stücks TV-Geschichte zu erinnern. Harald Schmidt und Manuel Andrack lästern am 4. Dezember 2003 in Sat.1 über ihren damals neuen Chef:




