Das 2:2 von Rapid gegen Red Bull Salzburg war nichts für für schwache Nerven. Der Spielfilm in aller Kürze: eine überlegene Rapid-Elf. Plötzlich jubelnde Salzburg-Fans. Ein Doppelschlag hatte Red Bull 2:0 in Führung gebracht. Am Ende freuten sich die Hütteldorfer Fans.

Denn ihre Mannschaft kam auf 2:2 heran, hatte in der Schlussphase (wie auch der Gegner) den Siegestreffer auf dem Fuß, gegen den jedoch auf beiden Seiten das lästige Aluminium etwas einzuwenden hatte.

Nach dem Spiel stellten sich die Trainer beider Teams wie üblich der Pressekonferenz. Diese gibt es hier komplett und ungeschnitten zum Nachhören. Ein gut gelaunter Huub Stevens und ein zufriedener Peter Pacult, der einem Vergleich von Steffen Hofmann mit Antonin Panenka einiges abgewinnen kann.

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Wer hätte das gedacht? Der tragische Tod von Superstar Michael Jackson hat sogar Auswirkungen auf die österreichische Fußball-Bundesliga. Genauer gesagt auf das für den 26. September angesetzte Spiel zwischen Rapid Wien und Wiener Neustadt.
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Im Juli hieß es zunächst einmal Mattscheibe in Wien-Hütteldorf. Denn in der ersten Runde der Bundesliga wurde die Partie zwischen Rapid und Sturm Graz abgesagt.
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Manchmal braucht man im Beruf einfach ein bisschen Glück und Zufälle ergeben im Journalismus eine gute Geschichte.
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Das 290. Wiener Derby ist Geschichte – und endete zum gefühlten 250. Mal Unentschieden. Vor, während und nach dem Spiel drängten sich die Fans beider Teams ins Rampenlicht. Mit Choreographien, wie sie einem der ältesten Derbys würdig und recht sind – und mit Pyrotechnik samt einem Gruß an die Innenministerin.
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Ab 14. September, wenige Tage vor den Premierenauftritten der vier österreichischen Europa-League-Starter, wird getalkt. „Talk und Tore“ auf Sky (hier geht´s zur Petition für La Liga und Serie A) bekommt Konkurrenz aus Salzburg.
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„Ein bissl spannend wollten wir es schon machen, sonst macht es ja keinen Spaß“, erzählt Rapid-Verteidiger Markus Katzer mit einem Augenzwinkern über die Schlussminuten im Villa Park am Donnerstag. Beim Stand von 1:2 aus Sicht der Grün-Weißen appellierte der 29-Jährige dann aber doch in Gedanken an den Schiedsrichter: „Bitte pfeif´ endlich ab!“
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Nach den Jubiläumsspielen gegen Schalke 04 und Liverpool FC überlegt man bei Rapid, sich ab sofort jedes Jahr mit einem prominenten Gegner selbst zu beschenken. Ein Umstand, der von Fans kontrovers diskutiert wird. In Graz hofft man wohl, dass nicht erneut ein Bundesliga-Spiel verschoben wird.

Knapp 50.000 Fans sahen das Spiel zwischen Rapid und Liverpool sehen, 17.500 verfolgten die Partie der Grün-Weißen gegen Schalke. Dazwischen kamen wenigstens 13.500 Menschen zum Hinspiel in der Europa League gegen Schkodra.

Rapid ist dieser Tage omnipräsent. Der ORF zeigte beide Jubiläumsspiele live im TV. Tags darauf brachte Radio Wien zur Mittagszeit eine Sondersendung über den aktuellen Vizemeister. Einen Tag später erklärte Klub-Präsident Rudolf Edlinger, er könne sich vorstellen, ab sofort jedes Jahr eine Top-Mannschaft nach Wien einzuladen.

Gefeiert wurde wie in der Champions League

Kein Wunder, immerhin soll Rapid dank Schalkes und Liverpools Hilfe rund 600.000 Euro eingenommen haben. Im Rahmen der Testspiele wurde eifrigst die Werbetrommel für Dressen und die anstehenden Heim- und Auswärtsspiele gerührt. Schals und Leiberln gingen weg wie die warmen Semmeln. Nach dem 1:0 gegen Liverpool wurden die Rapid-Spieler gefeiert, als hätte Grün-Weiß soeben die Champions League gewonnen. Die Bilder wurden – dem FC Liverpool sei Dank, dem klarerweise das internationale Interesse galt – live in 25 Länder übertragen. Für Rapid ein kaum zu bezahlender Werbeeffekt.

In Online-Foren wie Du-bist-Dein-Sport.at, rapidfans.at und anderen regt sich allerdings Unmut über die Ideen von Edlinger. Nicht nur bei Anhängern anderer Klubs, denen der Party-Marathon anlässlich des 110. Jubiläums ohnehin ein Dorn im Auge ist, sondern auch bei jenen, die dem grün-weißen Lager zuzuordnen sind. Man solle es nicht übertreiben, da die letzten Wochen die Geldbörse ohnehin schon genug strapaziert hätten, ist eine Meinung von vielen.

Kommerz hin oder her – die Kasse stimmt!

Wo der im Fußball viel zitierte Kommerz beginnt und Rapid – das sich in den letzten Jahren stets als letzte Bastion im Kampf gegen die finanzielle Übermacht anderer Vereine positioniert hat – dieses Spiel mitmacht, daran scheiden sich die Geister. Die Hütteldorfer scheinen jedenfalls an Tests mit prominenten Gegnern Gefallen gefunden zu haben. Wohl auch, weil diese auf einen Schlag mehr Geld einbringen als zehn Vorbereitungsspiele gegen Landesligisten.

Klubs wie Manchester United und Chelsea, von denen Edlinger für 2010 träumt, haben Spiele in der Vorbereitung längst als lukrative Einnahmequelle erkannt. Liverpool kam wohl nicht nach Wien, weil ihnen die Stadt so gut gefällt, sondern weil die Kasse stimmt. Von der Asien-Tour, die unmittelbar nach Schlusspfiff im Prater startete, ganz zu schweigen.

„Feuerwehrfest“ in Graz

Was Rapid derzeit fast bis zum Exzess betreibt, wünscht man sich bei Sturm Graz zumindest ansatzweise. Die Grazer feiern heuer ihren 100. Geburtstag, hatten Werder Bremen zu Gast, drapierten rund um das Spiel Miss-Wahlen, Bieranstich und andere Lustbarkeiten. Dies sei am ehesten mit einem Feuerwehrfest zu vergleichen, schrieb der Fan-Blog Sturm12.at.

In der steirischen Hauptstadt blickte man zum Bundesliga-Auftakt durch die Finger. Das erste Spiel der neuen Saison hätte den Grazern ausgerechnet Rapid Wien beschert. Die Rapidler spielten aber lieber gegen Liverpool – koste es, was es wolle. „Ich hab klipp und klar gesagt: Wenn ihr uns den Termin nicht genehmigt, treten wir gegen Sturm nicht an! Dann wäre das Match eben mit 0:3 gewertet worden und wir hätten trotzdem gegen Liverpool gespielt“, wird Rudolf Edlinger in der SportWoche zitiert. Geht´s noch?

Kritische Betrachtungen unerwünscht?

Man lenkte ein, das Spiel gegen Sturm wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Nicht ganz so flexibel, aber genauso herrlich provinziell, zeigten sich die Vereine an einer anderen Front. Sturm12.at wurde als so genannte „Klub-Homepage“ der Bundesliga-Ausweis – eine Dauerakkreditierung, mit der der Zutritt in jedes Stadion möglich ist – per Manager-Beschluss verwehrt.

Dass Sturm12.at ja auch die Gegner der Blackys beleuchtet und über die Geschehnisse in der Liga kritischer berichtet als so manches Tagesmedium, scheint egal zu sein. Oder nicht erwünscht?


Es tut sich nicht allzu viel in der laufenden Transferperiode. Doch die eine oder andere Personalie gibt es dann doch, die für mehr oder weniger großes Aufsehen sorgt.

Ilco Naumoski vom SV Mattersburg ist so eine. Der Mazedonier, zweifelsohne mit riesengroßem Talent, aber auch mit viel Temperament gesegnet, steht anscheinend vor einem Wechsel ins Ausland.

Ein Transfer zu Hajduk Split zerschlug sich aus dem ulkigen Grund, dass Naumoski in einem Interview gestand, großer Fan von Partizan Belgrad zu sein. Das war den Verantwortlichen zu heiß, berichtet die kroatische Presse.

Nun könnte Naumoski auf die britische Insel wechseln. Wenn er will. Denn ein Angebot vom schottischen Erstligisten Hearts of Midlothian schlug Naumoski aus, wenn es nach dem „Daily Record“ geht. „Es war nicht akzeptabel“, wird der bald 26-Jährige zitiert.

In der Pole Position steht laut dem schottischen Blatt nun der spanische Klub Almeira, dessen Angebot besser als jenes von Championship-Verein Reading sein soll.

Von den allseits bekannten und beliebten Insidern wird allerdings auch West Bromwich Albion ins Spiel gebracht.

…und alle anderen, die es betrifft.

Während bei EURO-Partner Schweiz vor einigen Monaten leise wieder davon gesprochen wurde, die strengen Richtlinien bezüglich Pyrotechnik in den Stadien zu lockern, setzt man in Österreich nun auf die „Aktion scharf“.

Ab 2010 ist die Benutzung von Bengalischen Feuern und dergleichen in heimischen Stadien untersagt. Wer sich darüber hinwegsetzt, macht sich strafbar. In der vergangenen Bundesliga-Saison gab es knapp 1.600 Anzeigen, rechtfertigt man die Maßnahmen. Die meisten davon waren allerdings Gewaltdelikte, gefolgt von Sachbeschädigungen.

Das Spiegelbild der Gesellschaft hört nicht beim Tribünenausgang auf.

Austria, LASK und Rapid sind die Spitzenreiter bei den Anzeigen. Die meisten Festnahmen gab es in Kapfenberg, Graz und Ried. 76 Prozent der Angezeigten sind bis 25 Jahre jung. Bundesliga-Chef Georg Pangl ortet „ein Spiegelbild der Gesellschaft“, das sich in unseren Stadien abspielt.

Rund 8.000 Euro muss – laut Krone – der SK Sturm blechen, als Strafe für die Vorfälle beim letzten Auswärtsspiel in Kapfenberg, bei dem die Polizei Tränengas gegen die Fans einsetzte, nachdem diese im Eingangsbereich des Franz-Fekete-Stadions zusammen gedrängt wurden.

Ist es sehr naiv, sich zu wünschen, dass die Bundesliga – und somit die Klubs – nicht nur die Fans, sondern auch sich selbst an der Nase nehmen?

So manche Investition in die Infrastruktur würde gewisse, brenzlige Situationen schon im Keim ersticken. Denn nicht nur auf den Tribünen des Landes spiegelt sich die Gesellschaft wider.

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