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Worüber in diesen Tagen berichtet wird. Eine sehr subjektive Auswahl mit manch subjektiver Anmerkung.

Europa League: Christian Nehiba soll das Auftaktspiel von Rapid gegen den Hamburger SV auf Sat.1 Österreich kommentieren. Der Privatsender Puls4 sorgte zuletzt für Aufregung unter den Fußballfans, weil man zunächst ankündigte, pro Spieltag eine Partie der Europa League zu zeigen, dies nun aber doch nicht tut. „Wir denken als Gruppe“, wird Michael Stix von ProSiebenSat.1 zitiert. Gemeint ist die Sendergruppe. Am zweiten Spieltag soll auf Puls4 das Auswärtsspiel von Rapid bei Celtic Glasgow übertragen werden. (Österreich, sportnet.at)

tipp3-Bundesliga: Der SK Sturm empfängt am Samstag LASK Linz. Mit den Oberösterreichern kommt Ex-Sturm-Kicker Roman Wallner an die Mur. Auf Sturm12.at gibt´s ein formidables Interview mit dem sportnet.at-Kolumnisten. Die Partie der Grazer gegen die Linzer wird dort natürlich auch getickert. (Sturm12.at)

Peter Pacult freut sich nicht nur auf die Europa League, sondern auch darüber, dass er bei den Rapid-Fans einen höheren Stellenwert genießt, als größtenteils angenommen wird. Über ein Fanklubtreffen erzählt PP: „Da ist einer aufgestanden und hat gemeint: Wir sind stolz, dass sie bei uns sind. Darauf gab´s spontanen Applaus im ganzen Saal. Und ich muss zugeben, das ist bei mir runtergegangen wie Öl.“ (sportnet.at)

Regionalliga West (Deutschland): Die Gewerkschaft der Polizei äußert heftige Kritik am SV Waldhof. Die „gewaltbereite Ultras-Szene“ bekomme vom Verein im Carl-Benz-Stadion „einen eigenen Bastelraum“ zur Verfügung gestellt. Das ist natürlich ein untragbarer Skandal. Vermutlich bastelt man dort an Atombomben. (Mannheimer Morgen)

England: In England plant man, das „National Football Museum“ von Preston nach Manchester zu verlegen. Das hat zum größten Teil wohl finanzielle Gründe, wie vieles im britischen Fußball. Bobby Charlton, seines Zeichens Legende von Manchester United, plädiert weiterhin für den Standort Preston. Preston North End war immerhin Gründungsmitglied der Football League im Jahr 1888. (Any Given Weekend)

Video der Woche: Fernando Torres Season Review 08/09 – Schöne Tore eines schönen Menschen

Der Beste soll gewinnen, sagt man. Nur leider gilt das für die heurige Champions League nicht. Denn mit dem FC Liverpool verabschiedete sich am Dienstag die wohl stärkste Mannschaft der laufenden Saison aus dem Bewerb.

Barcelona und Lionel Messi in allen Ehren – aber der Gegner der Katalanen im Viertelfinale hieß letztlich doch nur Bayern München. Und wo dieser Verein mittlerweile international steht, wurde beim 0:4 in Camp Nou mehr als deutlich.

Liverpool in der Champions League – das ist Leidenschaft pur, aber mit der nötigen Ruhe zum richtigen Zeitpunkt. Das Auswärtsspiel bei Real Madrid im Achtelfinale war ein Lehrbeispiel, wie man einen Gegner seiner Stärken beraubt, um dann selbst zuzuschlagen. Was eine Woche darauf folgte, war das wohl beste Spiel dieser Saison. Es fällt schwer, sich daran zu erinnern, ob Real Madrid schon einmal derartig vorgeführt wurde wie beim 4:0 an der Anfield Road.

Was Liverpool neben dem magischen Dreieck Gerrard-Alonso-Torres noch auszeichnet, sind Moral und Selbstvertrauen. Bayern hatte sich nach dem 0:4 bei Barcelona aufgegeben, in der Öffentlichkeit nur mehr von der Meisterschaft als einzig verbliebenem Saisonziel gesprochen.

Liverpool fuhr nach der 1:3-Heimniederlage gegen Chelsea mit breiter Brust nach London. Das Motto: wenn die uns drei Tore in unserem Stadion machen, können wir das bei denen auch. Eigentlich logisch, denn nach unzähligen Unentschieden in der Premier League (zehn an der Zahl in der laufenden Saison) haben sich die Reds in den letzten Wochen zu einer wahren Tormaschine gemausert.

„Logically, we should have more time to rest now but sometimes you prefer to keep playing games. It can help you to keep playing. We are not happy because we are out of the Champions League.“ – Xabi Alonso

4:0 gegen Real Madrid, 4:1 gegen Manchester United, 5:0 gegen Aston Villa, 4:0 gegen Blackburn. Und jetzt vier Tore beim FC Chelsea. Auch, wenn Xabi Alonso am heutigen Donnerstag zugibt, aus dem fesselnden 4:4 wenig Positives für das Titelrennen zu finden, war der Auftritt der Reds bei den Blues (ohne Gerrard!) schon aller Ehren wert, das viel zitierte „Wunder“ zum Greifen nahe.

Nach 2:0-Führung einen 2:3-Rückstand hinnehmen zu müssen und sich wieder zurück ins Spiel zu kämpfen, zeigt schon die besondere Willensstärke, die die aktuelle Liverpool-Mannschaft auszeichnet. Zudem zeigt diese Saison: Liverpool scheint mittlerweile erwachsen geworden zu sein. Wenn Gerrard fehlt, ist dies zwar natürlich ein Dämpfer, da der Engländer als Freigeist hinter bzw. neben Fernando Torres unersetzbar ist.

Doch schon in Madrid kam der bald 29-Jährige, weil angeschlagen, erst in den letzten Minuten aufs Feld. Zu diesem Zeitpunkt hatten schon andere – wie Alonso und Torschütze Yossi Benayoun – für die Entscheidung gesorgt.

Einen Tag vor dem 20. Jahrestag der Katastrophe von Hillsborough, an dem es an der Anfield Road eine berührende Trauerfeier vor 30.000 Menschen gab, bescherten uns Chelsea und Liverpool einen packenden Fußballabend. Geht es nach der CL-Historie, werden es auch die Blues sein, die am 27. Mai den Pokal in den Römer Nachthimmel heben.

Denn seit 2003 gilt: wer jene Mannschaft aus dem Bewerb wirft, die zuvor Real Madrid eliminierte, gewinnt im gleichen Jahr die Champions League.

Hohe Fußballkunst in der Champions League. Worauf man am Dienstag vergeblich wartete, gabs am Mittwoch gleich in doppelter Ausfertigung.

Die Demontage des FC Bayern in Barcelona zeigte einmal mehr, wie weit der größte und einflussreichste Klub Deutschlands der internationalen Konkurrenz hinterher hinkt.

Vor nur wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass die Münchner auf höchster, europäischer Ebene dermaßen vorgeführt werden. Dass Karl-Heinz Rummenigges Brandrede eine ähnliche Wirkung wie jene von Franz Beckenbauer anno 2001 hat – die Bayern wurden damals CL-Sieger – darf gründlich bezweifelt werden.

Noch unterhaltsamer als das 4:0 von Barcelona war das 1:3 von Anfield. Dort gab es nämlich zwei Mannschaften, die munter drauflos spielten – für den neutralen Beobachter sensationell, für Fans der Klubs ein Wechselbad der Gefühle.

Ein idealer Start für den FC Liverpool mündete in die kaum für möglich gehaltene Katastrophe. Nach dem frühen, sehenswerten 1:0 durch Fernando Torres siegte Chelsea am Ende sage und schreibe 3:1.

Es war schon interessant zu beobachten, dass ausgerechnet jene Klubs, die defensiv in dieser Saison bisher nichts anbrennen ließen, nun plötzlich genau dort arge Probleme haben. Schlag nach bei Manchester United, deren Verteidigung seit Wochen einem aufgescheuchten Hühnerhaufen gleicht. Und schlag nach bei Liverpool, wo die Defensive am Mittwoch bei keinem der drei Treffer gut aussah.

Branislav Ivanovic wird sich heute noch wundern, wie einfach er zwei Mal nach Eckbällen zum Kopfball kam. Vom 1:2-Rückstand sichtlich geschockt, kassiert Liverpool dann auch noch das dritte Gegentor. Ein schnurgerader Pass von Michael Ballack auf Florent Malouda, dessen scharfen Stanglpass Didier Drogba nur mehr über die Linie drücken muss – schnörkelloser kann man eine Abwehr nicht aufreißen.

Es waren aber nicht nur Abwehrfehler allein, die die Niederlage von Liverpool einläuteten. Chelsea tat das konsequent, was Manchester einige Wochen zuvor bei der 1:4-Heimniederlage gegen die Reds verabsäumte – nämlich Steven Gerrard komplett aus dem Spiel nehmen.

Der Liverpool-Kapitän war bei Michael Essien gut aufgehoben, plagte sich zudem mit Leistenbeschwerden und anderen Wehwehchen herum – und hätte eigentlich, um nichts zu riskieren, vorzeitig vom Platz gehen müssen.

Nun steckt Rafael Benitez in der Zwickmühle. Lässt er Gerrard am Samstag gegen Blackburn draußen, um ihn für das Rückspiel gegen Chelsea am Dienstag zu schonen?

Oder setzt der Spanier alles auf die Karte „Meisterschaft“, bringt Gerrard am Samstag in der Liga – und riskiert damit möglicherweise einen längeren Ausfalls seines Kapitäns?

Beide Varianten werden derzeit von englischen Medien ins Spiel gebracht. Spätestens Samstagmittag wissen wir mehr.

Interessantes Detail am Rande:

Seit 2003 holte jede Mannschaft, die jenes Team aus dem Bewerb warf, das zuvor Real Madrid eliminierte, am Ende den Pokal in der Champions League. Letztes Jahr war es Manchester United. Die Red Devils hatten im Viertelfinale AS Roma ausgeschaltet, die zuvor die Königlichen rausgekickt hatten.

Vor wenigen Wochen schaltete Chelseas Gegner aus Liverpool Casillas, Raul & Co aus. Kein Wunder, dass man bei den Blues schon ein bisschen vom Treble träumt – denn auch in der Meisterschaft und im FA-Cup ist Chelsea ganz vorne dabei.